Ein Hauptziel der Entwicklungswissenschaft ist es zu verstehen, wie die vielfältigen Systeme, die die individuelle Entwicklung
beeinflussen - von kulturellen Prozessen über genetische und physiologische Ereignisse zu sozialen Interaktionen - im Entwicklungsverlauf zusammenwirken. Da es jenseits der Möglichkeiten einzelner Forscher
und Fachrichtungen liegt zu untersuchen, wie sich alle diese Systeme simultan verändern und gemeinsam zu sozialen und adaptiven Funktionen von Menschen und Gesellschaften beitragen, ist die Erforschung der
Entwicklung auf der gemeinsamen Grundlage vieler traditioneller Wissenschaftsdisziplinen im Rahmen eines biopsychosozialen Ansatzes notwendig. |
Vorrangig wird dabei angestrebt, die komplexen Wirkmechanismen zu identifizieren, auf denen Existenz und Entwicklung lebender
Organismen beruhen. Zur Überprüfung solcher theoretischen Mechanismen werden Modelle herangezogen, die gleichen Prinzipien gehorchen, ohne zum Beispiel die spezifischen zugrunde liegenden physischen und
chemischen Eigenschaften von Neuronen, Synapsen etc. nachzubilden. Der Einsatz solcher Computermodelle in den Neurowissenschaften (künstliche neuronale Netze) oder in der Proteomforschung macht die
Notwendigkeit eines interdisziplinären Ansatzes deutlich, der z.B. auch Erkenntnisse aus der Informatik und Bioinformatik mit einbezieht. |